Auf dem Weg zum Kilimanjaro

 

Der Weg ist das Ziel – nirgendwo ist das augenscheinlicher, als auf dem Weg zum Kilimanjaro.

 

Bericht von Gerhard Gindl.

 

Samstag, 14. August: Heute sind wir unterwegs. Es geht zu den Kibo-Hütten auf 4700 Meter Höhe. Die Hütten liegen unmittelbar vor dem Krateraufbau. 900 Höhenmeter darüber befindet sich der Kraterrand, weitere 300 Höhenmeter darüber der höchste Punkt des Kraterrandes, der Uhuru Peak – der Gipfel des Kilimanjaro.

 

Die Kibo-Hütten sind nicht mehr so luxuriös wie die Hütten zuvor. Steingemauerte, kalte Gebäude, mit Massenlager – viel schlafen werden wir nicht können. Wird auch nicht notwendig sein, denn um Mitternacht herum werden uns unsere Guides aus dem Bett holen. Der Gipfeltag beginnt um Mitternacht und endet um 16 Uhr am Nachmittag – morgen wird ein harter Tag – für die Guides und für uns. Die Träger gehen übrigens nicht auf den Gipfel mit, sie warten bei der Kibo-Hütte auf uns.

 

Der Weg ist nicht steil, die Wegstrecken jedoch scheinen unendlich. Die Vegetation wird immer spärlicher. Zuerst gab es noch riesige Senecien-Felder und verschiedenste Lilienarten entlang des Weges, dann nur noch vereinzelte Distelstauden. Über 4200 Meter ähnelt die Gegend überhaupt einer Mondlandschaft. Jetzt ist der Kibo immer direkt vor uns, der Mawenzi liegt bereits hinter uns.

 

Gestern hatten wir unseren Ruhetag. Dies ist notwendig, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Die Horombo-Hütten liegen immerhin schon auf 3700 Meter, also knapp unterm Großglockner-Gipfel. Einige aus unserer Gruppe konnten natürlich nicht ganz Ruhe geben. Ein zweistündiger Fußmarsch zu den Zebra-Rocks stand auf dem Programm. Die Zebra-Rocks liegen auf halbem Weg zum Mawenzi-Sattel auf 4000 Metern.

 

Ansonsten genossen wir das Treiben im Hüttendorf. Es gibt reichlich Möglichkeit, sich mit den Guides und den Trägern sowie mit den Mitgliedern anderer Expeditionen zu unterhalten. Hier treffen so viele Kulturen und Menschen aufeinander, auch das ist eine Besonderheit der Kili-Besteigung.

 

 

 

 

Andy Holzer auf dem Weg zur Horombo Hütte.

 

 

Die Zebra-Rocks, die Genusstour am Ruhetag.

 

 

Auf dem Weg zur Kibo-Hütte, der Kili liegt immer vor uns.