Sozial, Kreativ- und Gesundheitszentrum in Kampala
Projekthintergrund:
Der Verein Life Earth betreut seit 2008 diverse Sozialprojekte in den Slums von Bwaise und Kamwokya, zwei Randbezirken in Kamapla. Die Unterstützung durch Life Earth ist von Spenden und Charityveranstaltungen abhängig. Gemeinsam mit dem Projektpartner vor Ort wurde festgestellt, dass von der Gesellschaft in Kampala mehr Solidarität gegenüber BewohnerInnen der Slumviertel erwünscht wäre. Mit der Errichtung eines Sozial- Kreativ- und Gesundheitszentrums soll einerseits die Solidarität zwischen BürgerInnen in Uganda gestärkt werden und ein erster Schritt dazu unternommen eine Einkommensquelle für die Sozialprojekte vor Ort zu installieren. Andererseits soll über das Zentrum Aufklärungsarbeit und Gesundheitsförderung geleistet werden und ein Ort für Rückzug und Kommunikation geboten werden. Überdies sollen mit der Errichtung des Zentrums Arbeitplätze für Einheimische geschaffen werden.
Im Sozial- und Kreativzentrum soll vieles möglich sein.
Mehr als ein Cafebetrieb…
Den Rahmen des Zentrums soll ein „Cafebetrieb“ bieten. Das Cafe soll einen Raum zur Förderung sozialer Netzwerke bieten in dem man zusammenkommt, sich untereinander kennenlernt, austauscht, sich erholen kann, aber nebenbei auch gebildet wird! Denn das Cafe wird von ausgebildeten SozialarbeiterInnen betrieben. Während man sich trifft um Spaß zu haben und Neuigkeiten zu erfahren, soll durch geschultes Personal „versteckte“ Aufklärungsarbeit betrieben werden. Während die Gäste ihren Kaffee, Tee, Limo trinken, werden Diskussionsthemen aufgegriffen und über internationale Nachrichten, Gesundheitsthemen etc. informiert. Den Gästen sollen Tageszeitungen und Bildungslektüre in Form einer Bibliothek-Ecke zur Verfügung stehen und es ist ein PC mit Internetzugang angedacht. Durch den Einsatz von SozialarbeiterInnen kann auch Sozialberatung für diverse Angelegenheiten angeboten werden:
Beratung im psychosozialen Bereich, bei familiären Konflikten, in der Kinderbetreuung, bei psychischen Krisen, Beratung in finanziellen Angelegenheiten, Beratung zu Gesundheitsthemen und Informationen über Prävention sowie Suchtberatung.
Für medizinische Beratung wird an den Kooperationspartner KCCC in der Nachbarschaft verwiesen.
Kommunikation mit dem Personal soll aber kein Muss sein. Es soll auch ein gemütlicher Rückzugsort geboten werden, wo man hinkommen kann um sich zu entspannen, ein Buch zu lesen, einen Geschäftspartner zu treffen etc. Fernab vom chaotischen Stadtleben Kampalas soll das Zentrum mit einem Garten einen ruhigen Erholungsort bieten, indem man dem lärmbelasteten Alltag auf den Strassen der Hauptstadt entfliehen kann.
Aufklärung /Prävention passiert nebenher
Neben den alltäglichen Konversationen mit den SozialarbeiterInnen, die nebenher über neues aus der Welt berichten und stets ein offenes Ohr für Fragen haben, wird es auch eine anonyme Fragebox geben. Antworten zu intimen Fragestellungen werden auf einer Pinnwand und auf der Webpage eingerichtet. Überdies sollen gezielte Aufklärungsveranstaltungen stattfinden. Wöchentlich sollen beispielsweise Filmabende zu gewissen Brennpunkten im Sinne von Aufklärungsarbeit mit einer anschließenden Diskussionsrunde stattfinden. Über Plakate und sonstige Träger (Teller, Gläser, Servietten) werden Informationen und Botschaften über Präventionsmaßnahmen etc. mitgeteilt. Außerdem ist ein Gewinnspiel angedacht, dass eine gewisse Motivation liefern soll sich neue Informationen anzueignen.
Ein Teil des Erlöses kommt den Sozialprojekten in den angrenzenden Slums zu Gute!
Die Gäste konsumieren im Zentrum für Menschen in den Nachbarslums. Durch den gemeinnützigen Charakter des Zentrums und die Aufklärungsarbeit soll ein solidarisches Vorbild entstehen.
Die Angebotspalette steht im Zeichen der Gesundheitsförderung!
In der Angebotspalette steht gesunde Ernährung im Vordergrund. Statt Fast Food und sehr fett- und nährreicher einheimischer Kost (wie in Uganda üblich) wird auf ein ausgewogenes, gesunde Speisesortiment mit viel Gemüse, Hülsenfrüchte Obst geachtet. Vom Ausschank von alkoholischen Getränken wird Abstand genommen. Das Angebot gesunder Kost soll auch Touristen und Volontäre anlocken, denn Lokale die frische Salate und gesunde Speisen zu fairen Preisen anbieten sind in Kampala mangelhaft.
Beim Einkauf der Produkte wird überdies auf fairen Handel geachtet.
Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung
Sportangebote, die zur sinnvollen Freizeitgestaltung anregen sollen, sind angedacht. Aerobic- und Tanzkurse sollen angeboten werden. Ein Billardtisch und Drehfussball soll angeboten werden, um Jugendlichen vernünftige Freizeitmöglichkeiten zu bieten und sie vor riskanten Verhaltensweisen wie Drogenkonsum, Prostitution, Kleinkriminalität etc. abzuhalten. Viele Jugendliche in Uganda haben aufgrund mangelnder Ausbildung wenig berufliche Zukunftsperspektiven und eignen sich aufgrund fehlender Alternativen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung häufig in riskante und kriminelle Verhaltensmuster an.
Musik wird als weiterer Schwerpunkt betrachtet, weil Musik eine große Ressource in Uganda darstellt. Viele Jugendliche flüchten in die Musik, um ihre Ängste, Sorgen und Wünsche auszudrücken. Es gibt eine große Anzahl an talentierten KleinkünstlerInnen (mit denen bereits eine Kooperation zu Life Earth besteht), denen ein Raum zur Veröffentlichung ihrer Kunstwerke geboten werden soll. Noch nicht bekannte MusikerInnen bekommen die Möglichkeit ihre Talente zu präsentieren. Dies soll auf das Potential sozial benachteiligter Jugendlicher hinweisen und wird als Methode zur Stärkung des Selbstwertes angesehen.
… offen für neue Ideen bleiben
Das Zentrum soll für diverse partizipative Unterprojekte nutzbar sein. Diversen Vereinen und Gruppen soll die Möglichkeit einer kostenlosen Raumnutzung für diverse Veranstaltungen geboten werden. Anträge dafür sind bei der Geschäftsleitung des Zentrums zu stellen und werden individuell bearbeitet.
Den Ideen der Unterprojekte sind keine Grenzen gesetzt. Als Kreativzentrum soll das Konzept auch offen und kreativ bleiben und flexibel und individuell auf Anfragen aus der Bevölkerung eingehen können.
Die Gestaltung des Lokals soll auf die geplante Projektphilosophie abzielen. Poster an den Wänden sollen aufklären. Gedichte, Bilder und biografische Darstellungen der Zielgruppe unserer Sozialprojekte sollen zum Nachdenken veranlassen. Projektbeschreibungen sollen darüber informieren, wem der Erlös des Betriebes zu Gute kommt. - Benachteiligten Menschen in den Nachbarslums Kamwokya und Kawempe!
Ziel ist es das Zentrum auch für Touristen und Volontäre einladend zu gestalten und zu einem internationalen Treffpunkt für
Austausch und Kommunikation werden zu lassen.














