Reisetagebuch
Dienstag, 27.12.
Es ist heiß in Tansania, gefühlte 40 Grad im Schatten.
Zum vierten Mal findet in Tansania das Augencamp (Eye Camp) der steirischen Augenärzte von "Sehen ohne Grenzen" in enger Kooperation mit der Mürztaler Entwicklungshilfeorganisation "Life Earth" statt; zum ersten Mal findet das Eye Camp im Kinondoni-Hospital in Dar Es Salam am indischen Ozean in Tansania statt. Dar Es Salam ist mit rund 2,7 Millionen Einwohnern die größte Stadt in Tansania.
Mit im Team sind die Augenärzte Markus Grasl und Christian Mlundwa, die OP-Gehilfen Angelika Rappel und Marie Grasl, Stefan Grasl sowie Andrea Ochabauer und Gerhard Gindl von Life Earth.
Anreisetag war der Christtag, der 25. Dezember, angekommen ist das Team am 26. Dezember um 4 Uhr früh. An 16 Menschen wurden am ersten Tag Katarakt-Operationen (Grauer Star) durchgeführt. Insgesamt wurden mehr als 50 Personen untersucht.
"Der Antrag ist groß, wir hoffen so viele Operationen wie möglich durchzubringen", erzählt Gerhard Gindl.
Die Operationen und Untersuchungen sind für die Menschen kostenlos. Rund 80 Prozent der Bevölkerung rund um die Millionenstadt Dar Es Salam lebt unter der Armutsgrenze.
Mittwoch, 28.12.
Heute Abend wurde das Augencamp abgeschlossen. "Insgesamt haben wir 46 Operationen an zwei Behandlungstagen durchgeführt. Es waren sehr schwierige Operationen mit zum Teil erschreckenden Krankheitsbildern", erzählt Augenarzt Markus Grasl, der, wenn er nicht in Afrika und Nepal unterwegs ist und Augenoperationen durchführt, am LKH Bruck die Augenabteilung leitet. Unter den Patienten waren sehr viele junge Menschen.
Das Kinondoni-Hospital im gleichnamigen Stadtteil von Dar Es Salam ist ein halb-öffentliches Krankenhaus. Für Behandlungen müssen die Menschen jedoch bezahlen. "Die Augenoperationen und die Behandlungen sind für die Menschen jedoch kostenlos und es wurden bewusst nur solche Menschen behandelt, die sich solche Behandlungen nicht leisten können", sagt Gerhard Gindl.
Das Kinondoni-Hospital hat für afrikanische Verhältnisse einen guten medizinischen Standard, nicht zu vergleichen mit dem Health-Centre in Kwalukonge.
"Erschreckend ist der Gegensatz in dieser Millionenstadt. Einerseits gute Infrastruktur, andererseits bettelarme Menschen, das passt irgendwie nicht zusammen", so Stefan Grasl.
Eingefädelt hat das Augencamp die Life Earth-Mitarbeiterin Andrea Ochabauer. An und für sich ist Dar Es Salam nicht das Operationsgebiet der Entwicklungshilfeorganisation Life Earth.
"Aber wir haben gesehen, dass es auch im Umfeld einer Millionenstadt ein enormes Potenzial für medizinische Hilfe gibt", sagt Andrea Ochabauer, die gemeinsam mit Christian Mlundwa vom Kibosho Hospital in Moshi in sechsmonatiger Vorbereitungszeit das Augencamp auf die Beine gestellt hat. "Die Bewerbung der Augenbehandlungen war einzigartig. Im Fernsehen und im Radio und auf Plakaten wurde das Eye Camp angekündigt. Leider konnten wir nicht allen Menschen helfen, der Andrang war enorm", sagte Ochabauer














