Uganda – Tansania – Zanzibar
31.07. bis 17.08.2010
Tag 09/ Montag, 09.08.2010
Am Nachmittag kommen wir am Flughafen Kilimanjaro in Tansania an, leider wartet niemand auf uns um uns abzuholen. Es gab das ein Missverständnis, der Fahrer dachte wir kommen erst 2 Stunden später an, aber das warten sind wir ja schon gewöhnt und hier in der Sonne mit einem kalten Kilimanjaro-Bier lässt es sich ganz gut warten.
Im Hotel angekommen stellt sich das 2. Missverständnis heraus, denn für mich gibt es erst kein Zimmer und das Hotel ist ausgebucht. Aber die Rezeptionisten bleibt gelassen… „Hakuna Matata“ (Nur keine Sorge) Irgendwo werd ich schon schlafen…
Heute gewährt mir die liebe Barbara Asyl in ihrem Bettchen und nach langem Hin und Her und dem Umquartieren einiger Leute bekomm ich dann Morgen ein eigenes Zimmer.
Beim Abendessen treffen wir Dr. Grassl und Schwester Maria und Andrea, die gestern und heute zahlreiche Augenoperationen erfolgreich durchgeführt haben. Leider haben wir das Eye-Camp versäumt, denn heute war schon der letzte Tag. So gern wäre ich bei einer Visite dabei gewesen, wenn den Leuten der Verband abgenommen wird und sie plötzlich wieder Sehen können. Es muss ein unglaubliches Erlebnis sein, dass auch die Augenärzte und deren Team immer wieder motiviert diese Augencamps durchzuführen.
Außerdem lerne ich Andi Holzer kennen, von dem ich ja schon viel gehört habe. Denn er ist ja einer der wichtigsten Personen von Bottom to Top. Auch wenn er selbst ohne Augenlicht durchs Leben gehen muss, möchte er anderen Menschen durch seine Tatenermöglichen ihr Augenlicht zurückzubekommen. Er wird in den nächsten Tagen den Kilimanjaro besteigen und mit ihm um die 25 Leute, die ihn begleiten und die durch das Buchen dieser Reise das nächsten Eye-Camp finanziell unterstützen. Mit Andi Holzer lerne ich einen ganz besonderen Menschen kennen. Mit seiner Ausstrahlung und seinem Humor verzaubert er den Raum und die Stimmung. Man kann kaum glauben dass der Raum für ihn dunkel ist, er erblickt die Welt wohl mit seinem offenen Herzen.
Nach dem Abendessen falle ich heute erschöpft ins Bett und warte auf Morgen, wenn wir mit der Besichtigung der diversen Projekte beginnen.
Tag 10/ Dienstag, 10.08.2010
Nicht mit dem geplanten Ausschlafen heute. Um 05:00 Uhr läutet das Telefon neben meinem Bettchen. Benommen und verwirrt hebe ich den Hörer ab, wer zum Teufel ruft uns mitten in der Nacht im Hotelzimmer an? Wer kann es schon anderes sein als Gerhard, der uns unseres Schönheitsschlafes beraubt und uns aus den Federn holt. Der Grund dafür ist die Ankunft von unserem Extrem-Radler Franz Preihs. Franz ist gestern in Daressalam losgeradelt und ist mit seinem Rad für unser Projekt Bottom to Top die ganze Nacht nonstop durch Tansania gefahren. Eigentlich haben wir ihn erst heute Mittag erwartet, aber für Franz waren die 600 km scheinbar in ein paar Stunden weniger zu meistern und er traf bereits um 05:30 Uhr in Moshi ein. Die Begleitpersonen, die ihm mit dem Auto hinterher gefahren sind schauen müder aus als Franz, der ohne zu Schnaufen in Moshi mit seinem Rad einfährt. Nun schlafen gehen? Nein - jetzt kann Franz nicht schlafen… er ist ja gerade die ganze Nacht durchgeradelt und ist jetzt nicht müde. Unserem Franz gebührt wirklich voller Respekt, denn die Fahrt war seinen Beschreibungen nach das gefährlichste was er bisher gemacht hat. Ist er schon tagelang durch Amerika gedüst, war das hier doch ein anderes Erlebnis. Nicht nur, dass er die großen Schlaglöcher in den Strassen verflucht hat, auch tierische Wegbegleiter wie Vogelspinnen und Skorpione kosten Franz’s vollste Konzentration auf seiner Tour.
„Ein Wunder-Mann“ das denkt sich auch der Massai, der Franz’s Fahrrad genau unter die Lupe nimmt. Das kann doch kein normales Fahrrad sein, wenn dieser Mann von Daressalam hierher geradelt ist. Der Massai ist sich sicher, dieser Mann muss ein Magier oder ein Wunderheiler sein…
Nach dem Frühstück fahren wir zum nahe gelegenen Steinbruch. Es ist unvorstellbar was die Leute hier an körperlicher Arbeit leisten. Drei rießige Steine balancieren die Leute am Kopf aus dem Stollen heraus. Der Stollen ist unglaublich eng und finster, drinnen wird im Kerzenlicht abgebaut. In Form geschlagen wird der Steinblock dann mit einer scharfen Sichel. Alles reine Handarbeit für die die ArbeiterInnen zwei bis drei Euro am Tag verdienen.
Der nächste Stopp ist das St. Joseph Hospital, wo der Grundstein der Life-Earth-Projekte gelegt wurde als Gerhard und die HTL Lienz vor einigen Jahren eine Solaranlage zur Notstromversorgung für den Operationssaal für Dr. Lymo errichtet haben. Die Dankbarkeit des Krankenhauses ist immer noch spürbar als wir bei voll gedeckten Tisch empfangen und bekocht wurden. Hier hat in den letzten Tagen auch das Augencamp stattgefunden. Dies war nur deshalb möglich, weil die Stromversorgung nun Dank Life Earth gesichert ist.
Am Nachmittag fuhren wir zu KTTC, dem Trainingcenter für BerufschülerInnen, die ebenso durch Life Earth eine Solaranlage bekommen haben. Die Berufschüler des Zweiges Elektrotechnik haben vom Life Earth Team eine Einschulung in Sachen Solaranlagen bekommen, so dass der Tansanier Samson heute alle errichteten Anlagen vor Ort selbständig warten kann.
Morgen teilt sich unsere Großgruppe auf. Die SportlerInnen starten ihre Kili-Tour Morgen und wir Genießer machen uns auf zur Safari-Tour.
Tag 11 und 12 / Mittwoch und Donnerstag, 11. und 12.08.2010
Der heutige Tag strapaziert unsere Nerven schon an frühen Morgen, Um 9 hätten wir heute zur Safari aufbrechen sollen. Um 10 ist immer noch kein Auto da, als uns die Reiseorganisation mitteilt, dass sie erst noch einen zweiten Fahrer für unsere Safari-Tour organisieren müssen, da scheint sich wohl wieder mal ein Missverständnis eingeschlichen zu haben. Nicht mehr ganz so gelassen, sondern ziemlich wütend nach 2 Stunden unklarer Wartezeit machen wir uns gegen 11 Uhr nun doch mit zwei Fahrern auf den Weg zum Nationalpark. Mister Wanda ist unser Fahrer, der nach seiner Nachtschicht und zwei Stunden Schlaf nun für unsere Safari-Tour eingesprungen ist. Mr. Wanda ist 51 Jahre alt und liebt alle Frauen, die Dame an der Tankstelle, die Bananenverkäuferin, das Mädchen das uns Wasser verkauft… aber vor allem liebt er unsere Schwester Maria, die als seine Beifahrerin auf Mr. Wanda schaut und ihn mit Süßigkeiten versorgt, damit er uns nicht einschläft.
Die zwei Tage Safari ist eine Entschädigung für die lange Wartezeit am Morgen. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, denn wir haben nicht nur Giraffen, Elefanten, Hippos, Antilopen und Zebras gesehen, sondern hatten das Glück die Löwen unmittelbar bei ihrer Jagd zu beobachten. Das war wirklich ein unvergessliches Erlebnis.
Doch unvergesslich war auch die Heimfahrt, denn Mr. Wanda hat gestreckten Diesel getankt und nun zieht unser Auto nicht mehr. Es fühlt sich an als hätten wir genau noch zwei Pferde unter der Haube, die das volle Auto leider nicht den Berg hinauf gebracht haben. Im 10 km/h Tempo fahren wir immer wieder 20 Meter und dann stirbt der Motor ab. Mr. Wanda ist ein sehr geduldiger Mensch, doch selbst ihm als Tansanier reißt mal der Geduldsfaden. Nachdem wir alle wissen dass wir noch rund 200 km Fahrstrecke vor uns haben, und nur Meterweise im Schritttempo weiterkommen ist auch Herrn Wanda klar, dass wir so nicht „heimrollen“ können. Er fordert ein zweites Auto an, dass ca. 2 Stunden später auch ankommt und uns nach Hause bringt. Der arme Mr. Wanda musste bei seinem Yeep bleiben, keine Ahnung was aus den beiden geworden ist? Wenn er in diesem Tempo heimgefahren ist wird er wohl immer noch unterwegs sein…
Tag 13 / Freitag, 13.08.2010
Heute verlassen wir Moshi und begeben uns in Richtung Lushoto. Am Weg halten wir in Kwalukonge, einer Klinik wo Life Earth und die HTL Lienz ebenso schon ihre Spuren hinterlassen hat. Wir besichtigen die dortige Solaranlage und werden zum Mittagessen eingeladen.
Am Nachmittag besuchen wir ein nahe liegendes Massai-Dorf, mein persönliches Highlight unserer Tansania-Programmpunkte, denn hier ins tiefe Massai-Dorf kommt ein Tourist normalerweise nicht her. Außer ihrer Tierherden und einigen Lehmhütten haben die Massai kein Hab und Gut. Etwas mulmig ist mir zumute als wir als Reisegruppe ins Dorf der Massai einspazieren und wie die Paparatzi das große Blitzlicht eröffnen. Aber natürlich wollte jeder einige Schnappschüsse als Andenken mit nach Hause bringen. Ich bin mir nicht sicher, was sich die Massai über uns Mzungus in diesem Moment gedacht haben, als wir ihr Dorf wie einen Zoo besichtigt haben. Aber ich hatte das Gefühl, dass sich die BewohnerInnen nicht von uns belästigt gefühlt haben und als wir ihnen die Fotos auf der Digitalkamera gezeigt haben hat ihnen das Fotoshooting begonnen zu gefallen.
Abends treffen wir in Lushoto, einem kleinen Bergdorf ein, wo Morgen die Besichtigung der Berufschule der Rosminian Brother’s am Programm steht. Dem Wetter nach zu urteilen befinden wir uns hier nicht in Afrika. Wer hätte gedacht dass wir auf unserer Afrikareise frieren müssen, doch in der Nacht kühlt es hier ganz schön ab. Geschlafen wird heute mit Jeans und Pullover.
Tag 14/ Samstag 14.08.2010
Vielleicht war mir gestern deshalb so kalt, weil ich bereits Fieber hatte. Heute jedenfalls ist es eindeutig. Ich bin schwach, fiebrig und krank und habe in der gestrigen Nacht durch den Durchfall soviel Flüssigkeit verloren dass mein Kreislauf langsam versagt. Die heutige Projektbesichtigung fällt für mich aus. Ich mache mich mit Daniel auf den Weg in die „Bergklinik“. Vom heutigen Tag kann ich nicht viel berichten, denn ich hab den Tag hier in der Klinik verbracht, bis die zwei Infusionspäckchen langsam in meine Venen getröpfelt sind. Doch es ging mir recht gut, ich bekam ein Zimmer für mich allein, mir wurde Tee ans Bett serviert und die Schwestern und Ärztinnen haben sich fürsorglich um mich gekümmert, bis meine Flüssigkeitszufuhr wieder sichergestellt war und ich am Abend endlich wieder entlassen wurde.
Tag 16 / Montag 16.08.2010
Relaxen und Entspannen auf Zanzibar
Tag 17 / Dienstag, 17.08.2010
Man würde es eindeutig noch länger auf der traumhaften Insel Zanzibar aushalten, doch die Pflicht ruft und der Urlaub geht wie immer viel zu schnell vorbei. Für uns heißt es Abschied nehmen vom schwarzen Kontinent und ab nach Hause nach Österreich.
Petra Steiner














